Über deine Tiefe

Um es auf den Punkt zu bringen: Mein Anliegen ist es, Menschen zu zeigen, wie sie ihre eigene Tiefe halten können. Dabei war und ist dies mein eigener Pfad. Bekanntlich gibt es keinen besseren Weg, etwas zu lernen, als es zu lehren, und nichts verspricht tiefere Erkenntnisse als eine persönliche Leidenschaft.

Die eigene Tiefe halten meint alles zu sehen und anzunehmen, was in dir ist, und es zu nehmen. Das können Gefühle, Bilder, Wünsche, Sehnsüchte, Erinnerungen und oftmals mehreres davon gleichzeitig sein. Du schaust dir an, was da ist, und nimmst es an. Es darf sein, denn es gehört zu dir. Du lernst dich und dein Menschsein kennen und anzunehmen. Ein Prozeß, der dich ein Leben begleitet und dir tiefere Einsichten schafft von Mal zu Mal.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es hier nicht darum geht, alles auszuleben, was da ist. Mancher Impuls, manche Emotion oder Sucht mag zu unerwünschten Folgen wie Selbstverletzung oder Verletzung anderer führen, das reine Annehmen und Halten der Spannung, die du dabei in deinem Körper spürst, verhelfen dir erst einmal zu mehr Klarheit, und Klarheit verschafft dir Möglichkeiten.

Was du hältst, damit kannst du was machen. Du kannst damit kreativ sein, erschaffen, bewegen, wirken, du kannst es aber auch festhalten oder loslassen. Du kannst dich entscheiden, was du damit machst, wenn du es hältst. Du könntest es sogar wieder in deiner Tiefe versenken und nicht mehr anschauen, aber ob du das dann wirklich noch willst, ist eine andere Frage. Wenn du dich dabei entdeckst, wie du etwas vergraben willst, dürfte es eher ein Hinweis darauf sein, dass du einen Aspekt aufgedeckt hast, der deiner Annahme harrt.

Intensität ist ein gutes Stichwort. Vielleicht glaubst du, ist, was du in dir entdeckst, für den Moment noch zu intensiv für dich. Deine Beschreibungen dessen, was du findest, enthalten sehr wahrscheinlich Bewertungen, die dir das Gefundene in einem Geschmack darbieten, den du ablehnst. Dabei haben deine Bewertungen erstmal nichts mit Tiefe zu tun oder damit, ob es gehalten werden kann oder nicht. Es sind Zuschreibungen, die du den Dingen gibst. Fühlt es sich nicht nur schwer an, weil du es nicht annehmen und halten kannst?

Es ist deine Entscheidung. Du kannst es wandeln, damit tanzen oder dich davon tanzen lassen. Du kannst dich daran erfreuen, ängstlich deswegen sein, traurig oder wütend. Du kannst wählen, was du machst, weil du es hältst. Dafür bist du in die Tiefe gegangen und zurückgekehrt.